In der April-Ausgabe unserer Rubrik „Aktuell“ werfen wir einen kritischen Blick auf Südafrikas politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Zwischen Energiesorgen, neuen Vorschriften, globalen Handelsrisiken und ökologischen Maßnahmen zeigt sich ein facettenreiches Bild eines Landes im Wandel. Die Themen reichen von der Diesel-Abhängigkeit bei Eskom bis zu neuen Herausforderungen für Lieferfahrer – stets mit einem Fokus auf Hintergründe und Zusammenhänge.
Eskom verbrennt Diesel wie nie zuvor
Uber Südafrika führt neue Fahrgastbeschränkungen ein
Südafrika weitet Untersuchungen gegen South African Airways aus
Großteil der südafrikanischen Luftwaffe steht auf dem Boden
BMW-Händler schließen ihre Türen in Südafrika
Ende offen: Gericht stoppt Analog-Ausstieg beim TV in Südafrika
Südafrikanische Traubenexporte durch Trump-Zölle "gefährdet"
Südafrikas Biker-Lieferboom – Herausforderungen für eingewanderte Lieferfahrer
Kapstadt startet Erdarbeiten für Dünenprojekte
Von Andre de Ruyters Südafrikas staatlicher Stromversorger Eskom verbrennt mehr Diesel denn je – eine Entwicklung, die sowohl auf technisches Versagen als auch auf politische Entscheidungen zurückzuführen ist. Zwischen dem 1. und 10. April 2025 gab das Unternehmen rund 1,34 Milliarden Rand für Treibstoff aus, um seine Open-Cycle-Gasturbinen (OCGTs) zu betreiben. In diesem Zeitraum wurden damit 228,33 Gigawattstunden Strom erzeugt – mehr als dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
Obwohl die jüngsten 30-Tage-Zahlen mit 3,6 Milliarden Rand für Diesel leicht unter dem Vormonatswert liegen (–2,5 %), ist der generelle Trend klar: Eskom ist im Jahr 2025 so abhängig von Diesel wie nie zuvor. Grund dafür ist die mangelnde Leistungsfähigkeit der alternden Kohlekraftwerke, die mit der aktuellen Stromnachfrage nicht Schritt halten können.
Diese Entwicklung stützt die früher stark kritisierten Aussagen von Ex-CEO Andre de Ruyter, der bereits im Mai 2024 auf einer Konferenz erklärte:
„Wenn die Lichter an sind, dann deshalb, weil sie eine beträchtliche Menge Geld in Diesel stecken.“
Damals wurde er für seine Kritik noch belächelt – doch die Zahlen geben ihm mittlerweile recht. Seit Jahresbeginn stieg der durchschnittliche tägliche Dieselverbrauch von Eskom kontinuierlich an. Von 118 MWh im Jahr 2021 hat sich die tägliche Dieselerzeugung auf mittlerweile 518 MWh nahezu verfünffacht.
Das große Problem: Diesel ist nicht nur teuer, sondern auch ökologisch bedenklich. Dass Eskom dennoch auf diese kurzfristige Notlösung zurückgreift, verdeutlicht, wie gravierend die strukturellen Probleme im südafrikanischen Energiesektor mittlerweile sind. Eine nachhaltige Lösung ist weiterhin nicht in Sicht – während Milliardenliter Diesel buchstäblich verheizt werden, um die Stromversorgung aufrechtzuerhalten.
Von LHR
Ab dem 14. April 2025 gelten bei Uber Südafrika neue Richtlinien für die Anzahl zugelassener Fahrgäste – eine Maßnahme, mit der das Unternehmen mehr Komfort und Sicherheit bei seinen Diensten gewährleisten möchte. Die Änderungen betreffen sämtliche Servicekategorien und dürften insbesondere größere Gruppen zum Umdenken zwingen.
Demnach sind in den Fahrzeugkategorien UberX, Comfort und Black künftig nur noch drei statt vier Passagiere erlaubt. Für UberXL liegt das Limit bei sechs Personen, bei Uber Van bei sieben. Der günstigere Dienst Uber Go, bei dem kleinere und spritsparende Fahrzeuge zum Einsatz kommen, bleibt in seiner Ausrichtung unverändert – auch dort dürfte jedoch der Fokus verstärkt auf Platzverhältnissen liegen.
„Diese Anpassungen sollen den reibungslosen Ablauf von Fahrten sicherstellen und gleichzeitig das Platzangebot und die Fahrdynamik verbessern“, erklärte ein Unternehmenssprecher. Man wolle durch klare Empfehlungen die Erwartungen von Fahrgästen und Fahrern besser aufeinander abstimmen.
Wichtig: Laut Uber handelt es sich nicht um starre Vorgaben, sondern um Richtlinien. Je nach Fahrzeugtyp könne die tatsächliche Kapazität variieren. Kundinnen und Kunden werden daher gebeten, sich im Zweifelsfall direkt mit dem jeweiligen Fahrer abzusprechen.
Mit den neuen Beschränkungen folgt Uber einem globalen Trend zu mehr individueller Sicherheit im Ride-Hailing-Bereich – und reagiert zugleich auf Erfahrungen aus der Praxis, etwa bei überbuchten Fahrzeugen oder Platzkonflikten.
Südafrikas staatliche Fluggesellschaft South African Airways (SAA) steht erneut im Fokus der Justiz. Die Special Investigating Unit (SIU), eine unabhängige Behörde zur Aufklärung von Korruption und Misswirtschaft im öffentlichen Sektor, hat die Airline offiziell auf eine Liste staatlicher Institutionen gesetzt, gegen die umfassende Ermittlungen laufen.
Wie das Fachportal CH-Aviation berichtet, geht es um den Verdacht auf „schwerwiegende Misswirtschaft, Korruption und rechtswidriges Verhalten“. Präsident Cyril Ramaphosa musste hierzu eine bestehende Proklamation anpassen, um die Ermittlungen rechtlich auszuweiten. Weitere Details zur Art der Vorwürfe oder zur Dauer der Untersuchung wurden bislang nicht veröffentlicht.
South African Airways selbst reagierte auf eine Anfrage von CH-Aviation nicht – ein Schweigen, das Spekulationen zusätzlich befeuert.
Die Ermittlungen werfen neues Licht auf eine Reihe fragwürdiger Vorgänge innerhalb des angeschlagenen Staatsunternehmens. Bereits vor einem Jahr hatte das südafrikanische Parlament beschlossen, den gescheiterten Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an die private Investorengruppe Takatso Consortium einem Sonderausschuss zu übergeben. Der Deal, der ursprünglich als Rettungsschritt galt, war zuvor geplatzt – und ließ zahlreiche Fragen über finanzielle Transparenz und politische Einflussnahme offen.
South African Airways war in der Vergangenheit wiederholt Ziel staatlicher Rettungspakete und wurde über Jahre hinweg durch Steuergelder gestützt. Kritiker bemängeln, dass die Airline zu einem Symbol für strukturelle Probleme im öffentlichen Sektor geworden sei – von politischer Einflussnahme bis hin zu undurchsichtigen Geschäftsgebaren.
Mit der Ausweitung der Ermittlungen könnte nun auch juristisch aufgearbeitet werden, was politisch längst unter Druck steht: die Zukunft eines nationalen Prestigeprojekts, das längst zur Dauerbaustelle geworden ist.
Die Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise Südafrikas machen selbst vor der Verteidigungspolitik nicht halt. Wie lokale Medien berichten, ist der Großteil der südafrikanischen Luftwaffe aktuell nicht einsatzbereit. Besonders alarmierend: Von den insgesamt 26 JAS-39 Gripen-Kampfjets der südafrikanischen Luftstreitkräfte sind derzeit nur zwei flugfähig.
Hintergrund sind massive Budgetkürzungen, die nicht nur die Wartung der Jets, sondern auch den regulären Betrieb zahlreicher anderer Fluggeräte betreffen. Die südafrikanische Regierung hatte sich in der Vergangenheit entschieden, die Gripen-Flotte ohne kontinuierliche Unterstützung durch den schwedischen Hersteller Saab zu warten – eine Entscheidung, die sich nun rächt. Ohne ausreichend technische Betreuung und Ersatzteile steht ein Großteil der Flotte still.
Doch es trifft nicht nur die Kampfflugzeuge: Auch viele Hubschrauber und Transportmaschinen sind nach Berichten aus Militärkreisen nicht mehr flugbereit. Der Zustand der südafrikanischen Luftwaffe wirft zunehmend Fragen nach der Einsatzfähigkeit der Armee insgesamt auf – gerade in einem sicherheitspolitisch sensiblen Umfeld.
Südafrika gilt traditionell als eine der militärisch am besten ausgestatteten Nationen auf dem afrikanischen Kontinent. Doch ohne Investitionen in Infrastruktur, Wartung und Personal droht dieser Status zu bröckeln. Die Verteidigungsausgaben sind seit Jahren rückläufig – und die Folgen werden nun sichtbar.
Ob und wie die Regierung auf die alarmierende Lage reagiert, bleibt abzuwarten.
Von LHR
Der südafrikanische Automarkt befindet sich im Umbruch – und das bleibt nicht ohne Folgen für etablierte Premiummarken. Besonders BMW bekommt den Wandel deutlich zu spüren: Zwischen 2015 und Ende 2024 schrumpfte das landesweite Händlernetz von 55 auf 46 Standorte. Gleichzeitig gingen die Verkaufszahlen drastisch zurück – von 24.521 Fahrzeugen im Jahr 2014 auf nur noch 12.145 im Jahr 2024. Ein Rückgang um rund 50 Prozent.
Was auf den ersten Blick wie ein Einbruch der Nachfrage wirkt, ist in Wahrheit Ausdruck einer tiefgreifenden Marktverschiebung: Südafrikanische Autokäufer wenden sich zunehmend erschwinglicheren Marken zu – insbesondere aus China. Während Premiumhersteller wie BMW Marktanteile verlieren, expandieren chinesische Automarken aggressiv.
Eine Analyse von Lightstone Auto zeigt: Im Jahr 2019 waren lediglich fünf chinesische Hersteller in Südafrika aktiv und kamen zusammen auf nur zwei Prozent aller Neuwagenverkäufe. Doch das Blatt hat sich gewendet. Marken wie BYD, Chery, GAC Motor, Jaecoo, Omoda oder Jetour haben seitdem massiv Marktanteile gewonnen. Zwischen Januar und September 2024 entfielen bereits über neun Prozent aller verkauften Leichtfahrzeuge auf chinesische Hersteller. Und das ist nur der Anfang.
Der Marktanteil chinesischer Marken liegt mittlerweile bei 28 Prozent der insgesamt in Südafrika vertretenen Leichtfahrzeugmarken – mit weiter steigender Tendenz. Neue Player wie Denza, Dongfeng und Geely stehen bereits in den Startlöchern.
Ein besonders markantes Beispiel für den Aufstieg chinesischer Marken ist Chery. Erst Ende 2021 kehrte der Hersteller mit 30 Filialen nach Südafrika zurück. Im März 2025 verfügt Chery bereits über 95 Händler im ganzen Land – mit weiteren Standorten in Planung. Währenddessen schrumpft das BMW-Händlernetz langsam aber stetig.
Der wachsende chinesische Einfluss betrifft jedoch nicht nur Premiumanbieter wie BMW, sondern auch traditionell starke Volumenmarken wie Toyota, Volkswagen oder Hyundai. Viele etablierte Hersteller schlagen daher Alarm – und fordern die Regierung zum Handeln auf. Es brauche gezielte Maßnahmen, um die Interessen heimischer Fahrzeugproduzenten wie BMW, Ford, Isuzu, Mercedes-Benz, Nissan oder VW zu schützen.
Die Frage bleibt: Wird Südafrika künftig von erschwinglichen Importen dominiert – oder gelingt es, eine starke lokale Industrie im Wettbewerb zu halten?
Von LHR
Südafrikas geplanter Ausstieg aus dem analogen terrestrischen Fernsehen ist erneut ins Stocken geraten. Eigentlich hätte am 31. März 2025 endgültig Schluss sein sollen mit der analogen Ausstrahlung – doch ein Gericht in Pretoria hat die Maßnahme kurzfristig gestoppt.
Hintergrund ist eine Klage des Privatsenders e.tv, unterstützt von den Nichtregierungsorganisationen Media Monitoring Africa und SOS Support Public Broadcasting. Die Kläger warnten, dass Millionen Südafrikaner ohne Zugang zu digitalen Empfangsgeräten vom Fernsehempfang ausgeschlossen würden. Sie warfen dem Kommunikationsministerium zudem vor, die Abschaltung ohne ausreichende Konsultation geplant zu haben.
Das Gauteng High Court gab dem Antrag statt und setzte die Abschaltung aus. In der Urteilsbegründung heißt es, der Minister für Kommunikation und Digitaltechnologien dürfe bis auf Weiteres keine Maßnahmen zur Abschaltung analoger Signale oder zur Beendigung der Simulcast-Phase ergreifen.
Der Minister selbst äußerte sich via soziale Medien zurückhaltend und kündigte an, das Urteil zunächst juristisch prüfen zu lassen, bevor über das weitere Vorgehen entschieden werde.
Südafrika versucht bereits seit 2015, den Übergang zum digitalen Fernsehen abzuschließen. Im internationalen Vergleich hinkt das Land damit deutlich hinterher – unter anderem Deutschland hat den Umstieg längst vollzogen. Wie lange die Übergangsphase in Südafrika nun noch andauern wird, bleibt offen.
Von LHR
Die Ankündigung neuer US-Zölle auf südafrikanische Exporte sorgt in der heimischen Agrarwirtschaft für große Besorgnis. Besonders betroffen ist die Traubenbranche, die seit Jahren eine zentrale Rolle in Südafrikas exportorientierter Landwirtschaft spielt. Ein drohender Importzoll von 31 % könnte die hart erarbeiteten Marktanteile in den Vereinigten Staaten massiv gefährden – mit weitreichenden Folgen für Produzenten und ganze landwirtschaftliche Gemeinden.
„Südafrika ist stolz auf seinen leistungsfähigen und zuverlässigen Agrarsektor“, betont Mecia Petersen, CEO der South African Table Grape Industry (SATI). In den vergangenen fünf Jahren konnte die Branche ein Exportwachstum von 28 % in die USA verzeichnen – ein deutlicher Beweis für die steigende Nachfrage nach hochwertigen Tafeltrauben aus dem Süden Afrikas. „Unsere Erzeugnisse füllen eine wichtige Versorgungslücke auf dem US-Markt – in einer Zeit, in der dort keine eigene Ernte stattfindet“, so Petersen weiter.
Doch die Entwicklung könnte jäh gestoppt werden. Am 2. April 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump einen drastischen Zoll von 31 % auf südafrikanische Produkte an – ein Wert, der in der jüngeren Handelspolitik seinesgleichen sucht. Eine vorläufige Gnadenfrist bis Juli soll den Exporteuren etwas Luft verschaffen: Während dieses Zeitraums gilt ein pauschaler Zollsatz von 10 % für die meisten Länder – auch für Südafrika. Danach droht die vollständige Umsetzung der 31 %-Zölle.
Die Auswirkungen wären tiefgreifend. SATI warnt, dass ein solcher Tarif die Wettbewerbsfähigkeit südafrikanischer Traubenexporte in den USA stark einschränken würde – vor allem im Vergleich zu direkten Konkurrenten wie Peru oder Chile, die voraussichtlich bei den niedrigeren Zollsätzen bleiben. Für viele Erzeuger wäre dies existenzbedrohend, insbesondere in Regionen, in denen der Traubenanbau eine der wenigen stabilen Einkommensquellen darstellt.
„Ein solcher Zoll könnte den Exportfluss empfindlich stören und die wirtschaftliche Grundlage ganzer Gemeinden gefährden“, erklärt Petersen. SATI will deshalb gemeinsam mit der südafrikanischen Regierung und der Agricultural Business Chamber of South Africa (Agbiz) auf diplomatischem Weg alles daransetzen, die Handelsbedingungen zu verbessern und einen Marktzugang aufrechterhalten zu können.
„Unsere Landwirte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, um weiter investieren und wachsen zu können“, sagt Petersen. Der Fokus liege nun darauf, Marktanteile zu sichern und neue Handelsstrategien zu entwickeln – bevor die dreimonatige Frist abläuft.
Sie liefern Pizza bei Regen, Medikamente bei Nacht und frisches Gemüse während der Rushhour – Südafrikas Biker-Lieferfahrer sind zu unverzichtbaren Akteuren der urbanen Versorgung geworden. Doch hinter dem scheinbar reibungslosen System der Online-Bestellungen verbirgt sich für viele von ihnen ein Alltag voller Unsicherheit, Härte und Ausgrenzung.
Vor allem ausländische Fahrer, die einen Großteil dieser Branche ausmachen, sind Tag für Tag den Schattenseiten des Systems ausgesetzt: lange Arbeitszeiten, geringe Löhne, kaum soziale Absicherung und ein permanenter Druck, in einem gnadenlosen Wettbewerb zu bestehen. Hinzu kommen Polizeikontrollen, Diskriminierung und die reale Angst vor Übergriffen.
Ein Beispiel: Ein Fahrer, der für den Lebensmittellieferdienst Checkers Sixty60 in KwaZulu-Natal unterwegs ist, berichtet von Wochenlöhnen um die 3.000 Rand – ein Betrag, der angesichts der Lebenshaltungskosten in Südafrika kaum zum Leben reicht. Und doch ist er einer von vielen, die täglich auf Südafrikas Straßen unterwegs sind, um Kunden ihre Bestellungen rechtzeitig zu liefern.
Viele dieser Männer stammen aus Nachbarländern wie Simbabwe, Malawi oder der Demokratischen Republik Kongo. Sie flohen vor wirtschaftlicher Not, politischer Instabilität oder bewaffneten Konflikten – und fanden in Südafrikas boomender Gig Economy eine Überlebenschance. Ihre Realität: kein fester Arbeitsvertrag, kein Krankenversicherungsschutz, keine rechtliche Absicherung bei Unfällen.
Ein aktueller Bericht des Einzelhandelsriesen Shoprite verdeutlicht die strukturelle Schieflage: Nur 23 Prozent der Fahrer des hauseigenen Lieferdienstleisters Pingo sind südafrikanische Staatsbürger. Zudem brechen laut Unternehmensangaben rund 80 Prozent der lokalen Fahrer die angebotenen Ausbildungsprogramme vorzeitig ab – ein Indiz für die hohe Fluktuation und die Belastungen innerhalb des Sektors.
Diese Entwicklung macht deutlich, wie sehr die Branche auf eingewanderte Arbeitskräfte angewiesen ist – und wie wenig Schutz sie ihnen bietet. Die Lebensmittellogistik zählt zu den am schnellsten wachsenden Bereichen im E-Commerce Südafrikas. Und doch profitieren jene, die sie am Laufen halten, kaum vom wirtschaftlichen Aufschwung.
Neben den wirtschaftlichen Schwierigkeiten leiden viele Fahrer unter zunehmender Fremdenfeindlichkeit, Raubüberfällen und der ständigen Angst vor Abschiebung oder Behördenwillkür. Ihr Beitrag zur „Convenience-Kultur“ des Landes wird oft übersehen – obwohl sie zu den tragenden Säulen der urbanen Infrastruktur geworden sind.
Die Frage bleibt: Wie lange lässt sich dieser Boom auf dem Rücken von Menschen aufrechterhalten, deren Existenz in jeder Hinsicht auf wackeligen Rädern steht?
Von LHR
In Kapstadt haben am 14. April 2025 die alljährlichen Erdarbeiten zur Pflege und Stabilisierung der Küstendünen begonnen. Die Maßnahme ist Teil eines fortlaufenden Umweltprogramms, mit dem die Stadt auf die natürlichen Herausforderungen durch Wind, Gezeiten und Erosion reagiert. Die Arbeiten erstrecken sich über mehrere Standorte – beginnend in Fleur Park in Gordons Bay, gefolgt von Hout Bay und abschließend Table View. Der Abschluss ist für den 5. Mai 2025 geplant.
„Es ist wieder soweit: Unsere jährliche Pflege der Dünenlandschaften entlang der Küstenlinie hat begonnen“, erklärte Eddie Andrews, stellvertretender Bürgermeister und Mitglied des Ausschusses für Raumplanung und Umwelt. Dünen seien keine statischen Gebilde, sondern lebendige Strukturen, die durch Windverwehungen und Gezeiten stetig geformt würden, so Andrews weiter. Um die natürliche Dynamik zu unterstützen, wird der durch sogenannte Frontnetze eingefangene, saubere Sand gezielt unterhalb der Niedrigwassermarke ins Meer zurückgeführt – ein Prozess, der durch den Einsatz von Baggern und knickgelenkten Kippern erfolgt.
Während der Arbeiten bleibt der Zugang zu den Stränden bestehen. Die Stadt appelliert jedoch an Anwohnende und Besucher, vorsichtig zu sein und insbesondere Hunde von den Maschinen fernzuhalten. „Wir danken den Bürgerinnen und Bürgern für ihr Verständnis und ihre Rücksicht während dieser wichtigen Maßnahmen“, so Andrews.
Dünen erfüllen eine zentrale Rolle im Küstenökosystem: Sie dienen als natürliche Barriere gegen Sturmfluten, speichern Sandreserven und helfen, Strände nach Erosionsereignissen wiederherzustellen. „Die Sanierung dieser natürlichen Schutzsysteme ist eine der kosteneffizientesten und nachhaltigsten Methoden zum Schutz unserer ökologischen Infrastruktur“, betonte Andrews. „Intakte Dünen schaffen nicht nur Lebensraum für Pflanzen und Tiere – sie sind auch entscheidend für die Lebensqualität der Menschen an unseren Küsten.“